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Contrain

Inhalte auf dieser Seite:

» Was ist Contrain?
» Wie kann Contrain Ihnen helfen?
» Was ist Elektrostimulation (ES)?
» Woran kann ich die Qualität einer Stimulationsbehandlung erkennen?
» Wie funktioniert die Elektrostimulation bei Contrain?
» Was ist Elektromyographie (EMG)?
» Was ist EMG-Biofeedback?
» Wie funktioniert das EMG-Biofeedback bei Contrain?
» EMG-Biofeedback & ES Kombinationstraining mit Contrain
» Was ist EMG-getriggerte Stimulation?
» EMG-getriggerte Elektrostimulation mit Contrain
» Verträglichkeit
» Anwendungsgebiete

Bild des Contrain-Geräts

Was ist Contrain?

CONTRAIN® ist ein akkubetriebenes, programmierbares Kombinationsgerät für das Nerven- und Muskeltraining mit folgenden Funktionen:

  • Elektrostimulation (ES)
  • Elektromyographie (EMG)
  • EMG-Biofeedback & ES Kombinationstraining
  • EMG-getriggerte ES

Schema des Zusammenspiels von Nerven und Muskeln

Wie kann Contrain Ihnen helfen?

CONTRAIN® ermöglicht Ihnen sowohl ein passives als auch aktives Training Ihrer Muskeln und Nerven. Passives Training wird mit Elektrostimulation (ES), aktives Training mittels Elektromyographie (EMG) durchgeführt.

Beide Behandlungsformen können einzeln, kombiniert oder voneinander abhängig angewendet werden.


Was ist Elektrostimulation (ES)?

Bei der Elektrostimulation werden Nerven, die im Körper Muskeln steuern, gezielt von außen durch kleine elektrische Impulse angeregt. Die Stimulation ermöglicht eine automatische Muskelanspannung (Kontraktion) ohne dass Sie selber den Befehl an Ihre Muskeln geben müssen.

Das hat den Vorteil, dass Sie damit auch Muskeln trainieren können, die Sie selber aktiv, z. B. durch Gymnastikübungen, nicht beeinflussen können. Auch Muskulatur, die durch einen Unfall oder Operation nervlich geschädigt wurde, wird mit Elektrostimulation erreicht und hat somit die Chance zu Kräftigung und Aufbau.

Schematische Darstelling biphasischer Impulse

Bei der Stimulationsbehandlung werden meistens Biphasische Impulse verwendet. Die biologische Wirkung hängt u. a. von der Impulslänge und Höhe ab.


Einsatz von Enutrain an einem Arm

Woran kann ich die Qualität einer Stimulationsbehandlung erkennen?

Von außen einwirkende elektrische Impulse stimulieren nicht nur Nerven, die Muskeln steuern, sondern erregen grundsätzlich alle Nerven in Reichweite. Wenn man von außen mit Elektroden Muskeln stimulieren will, muss der Strom zunächst die Haut- oder Schleimhautbarriere überwinden. Dabei regt der Strom auch Nerven für Gefühle an (Sensorische Nerven), die Kribbelgefühle ans Gehirn leiten.

Wenn man bei der Stimulation die Stromstärke weiter hoch regelt, damit die motorischen Nerven der Muskeln angeregt werden, erfasst man ab einer bestimmten Stärke auch die Schmerznerven. Eine möglichst starke Muskelkontraktion als erwünschte Wirkung wird deshalb durch Schmerz nach oben begrenzt.

Die therapeutische Qualität eines Stimulationsgerätes ergibt sich durch dieses Verhältnis. Ein gutes Gerät ermöglicht starke passive Muskelanspannungen bevor es weh tut. Bei einem schlechten werden Sie niemals ausreichend starke Kontraktionen des Beckenbodens oder der Schließmuskeln erreichen, es sei denn in Narkose.


Wie funktioniert die Elektrostimulation bei Contrain?

Die handlichen Contrain Geräte arbeiten mit einer aufwändigen Technik, die sonst meist nur in großen Standgeräten für physikalische Praxen enthalten ist. Contrain erzeugt extrem kurze Impulse von nur einer Millionstel Sekunde Dauer, die zu Gruppen zusammengefasst werden. Diese Technik wird amplitudenmodulierte Mittelfrequenz-Stimulation genannt.

Die Elektrostimulation mit der modernen Mittelfrequenz-Technik des Contrain Gerätes ist sehr gut verträglich, hoch wirksam und so gut wie nebenwirkungsfrei. Die extrem kurzen Impulse schleichen sich durch die Haut und Schleimhaut ohne sie aufzuladen. Erst im Körper entfalten die Impulsgruppen Ihre Wirkung.

Der therapeutisch nutzbare Bereich und die Eindringtiefe sind wesentlich größer als bei niederfrequenten Stimulationsgeräten, weil die physiologischen Schwellen des Körpers anders angesprochen werden. Dies ist gerade in Körperregionen wie dem Beckenboden wichtig, weil hier eine große Nervendichte vorliegt.

Die Contrain Geräte speichern die Stärke aller abgegebenen Impulse während Ihrer Behandlung. Damit kann der behandelnde Arzt erkennen, ob Sie auch bei Ihrem Training zuhause wirksame Stärken erreichen. Diese wichtige Funktion zur Beurteilung der Therapiequalität haben nur wenige Geräte.

Der Procon Contrain mit einem Oszilloskop

Die Impulse bei Contrain sind so kurz, dass der Körper sie nicht einzeln registrieren kann. Die hervorragend verträgliche Wirkung entsteht durch die Summe der Einzelimpulse (siehe rote Linie)


Blick auf das Display des Procon Contrain

Was ist Elektromyographie (EMG)?

Ihre Muskulatur erzeugt bei jeder Anspannung selbst winzige elektrische Ströme, die man nicht fühlen kann. Diese natürliche elektrische Aktivität im Bereich von nur wenigen Millionstel Volt wird bei der Elektromyographie in Ruhe und bei Bewegung gemessen.

Damit kann die Leistungsfähigkeit und der Gesundheitszustand der Muskulatur beurteilt werden. Ein kräftiger Muskel erzeugt ein kräftiges EMG Signal und umgekehrt. Wenn zum Beispiel ein funktionsgestörter Beckenboden vor Beginn eines Trainings bei Anspannung nur 5 Millionstel Volt schafft, liegt der Grund für die Störung mit hoher Wahrscheinlichkeit in zu schwacher Muskulatur.


Was ist EMG-Biofeedback?

Das EMG kann man nicht nur für diagnostische Zwecke, sondern auch zur Behandlung nutzen. Falsch ablaufende oder gestörte Körperfunktionen werden durch Rückkopplung besser erkannt und gezielt korrigiert.

Zum Beispiel spannen die meisten Menschen beim Training Ihres Beckenbodens die Gesäßmuskeln anstelle der Schließmuskeln an. Dies führt nicht zu Besserung, sondern verschlechtert sogar eine vorhandene Inkontinenz, weil es den Druck im Bauchraum erhöht.

Im Contrain EMG-Biofeedback Programm sieht man richtiges und falsches Üben sofort auf dem Bildschirm. Es fällt damit viel leichter, Beckenboden und Schließmuskeln korrekt zu trainieren, nämlich den Beckenboden anzuheben statt zu kneifen.

Billigprodukte mit schlechter Verstärkertechnik können schwache Signale nicht korrekt wiedergeben. Es besteht dann die Gefahr, dass sich durch falsches Biofeedback die fehlerhafte Körpersteuerung noch weiter verfestigt.

Darstellung der Trainings-Kurven

Wie funktioniert das EMG-Biofeedback bei Contrain?

Darstellung der Auswertung des EMG-Protokoll

Contrain besitzt drei getrennt arbeitende hochpräzise Verstärker. Die unterschiedlichen Messbereiche erfassen sowohl große wie auch kleine Muskeln genau. Contrain ist deshalb für unterschiedliche Körperpartien bestens gerüstet.

Contrain überlässt es nicht dem Zufall, mit welchem Schwierigkeitsgrad Sie ihre Übungen durchführen. Das Gerät überwacht kontinuierlich Ihr Training und legt Ihnen computergesteuert die Übungsziele fest. Sie werden weder unter- noch überfordert und erreichen ohne Umwege eine bestmögliche Kräftigung der willkürlichen Muskulatur.

Contrain kann Ihnen auf Wunsch täglich wechselnde Übungsabläufe vorgeben. Dies erhöht deutlich Ihre Aufmerksamkeit bei den Übungen und sorgt für ein schnelleres und tieferes Lernen der korrekten Abläufe.

Das Gerät speichert Ihre Trainingsdaten; der Speicher hat Platz für bis zu einem Jahr tägliches Üben. Die Daten werden von einem PC-Programm automatisch ausgewertet und ermöglichen Ihrem Arzt eine objektive Beurteilung des Behandlungsverlaufes.

Wenn Sie zuhause die Übungen nicht korrekt ausführen, wird dies mit den Aufzeichnungen sofort erkannt und kann umgehend korrigiert werden.


EMG-Biofeedback & ES Kombinationstraining mit Contrain

Die Wirkungen von Biofeedback und Elektrostimulation werden im Kombinationstraining vereint. Die inaktive oder kranke Muskelgruppe wird zuerst durch eine Elektrostimulation angeregt und lokalisiert. Im zweiten Schritt wird der gleiche Muskel von Ihnen selbst aktiv angespannt und wieder entspannt.

Mit regelmäßigem Training erhöht sich sowohl die Schnell- und Haltekraft der trainierten Muskulatur als auch ihre Koordinationsfähigkeit. Gleichzeitig verbessert die Stimulation die Spannkraft der Kollagenfasern in der glatten Muskulatur, wodurch insbesondere Ruhetonus und Haltekraft gewinnen.

Schematische Darstellung einer Muskelfibrille

Schematische Darstellung des ZNS mit dem peripheren Nervensystem

Was ist EMG-getriggerte Stimulation?

Die EMG-getriggerte Elektrostimulation wird angewendet, wenn die nervliche Steuerung von Muskeln gestärkt werden soll, also das "Management" der Muskeln im Vordergrund steht. Dabei bedient man sich der Fähigkeit von Nervengewebe, Defizite auszugleichen und zu reparieren. Man spricht von so genannter Neuroplastizität.

Bei der EMG-getriggerten Stimulation wird dazu die natürliche Nervenschleife vom Gehirn zum ausführenden Organ und wieder zurück genutzt. Jeder Befehl des Gehirns an Muskeln zu einer Bewegung wird mit der sensorischen Rückmeldung quittiert, wie weit der Befehl umgesetzt ist. Eine intakte Schleife ist lebensnotwendig. Wenn ein Muskel keine Bewegungsbefehle erhält, bildet er sich zurück. Wenn das Gehirn keine Bewegungsrückmeldung erhält, bildet es sich ebenfalls zurück.

Wenn Schließmuskeln verkümmert sind, senden ihre Bewegungsmelder auch nur schwache Rückmeldungen ans Gehirn. Als Folge baut sich die Gehirnkarte weiter ab und es entsteht eine Spirale nach unten. Mit EMG-getriggerter Stimulation kann man die Spirale wieder in Richtung Besserung wenden, indem man die Körperwahrnehmung überlistet.

Dazu spannt der Patient den Beckenboden an, so gut und fest er kann. Das Gerät misst die Leistungsfähigkeit und legt eine Schwelle fest, ab der das Gerät "zur Belohnung" noch eine Stimulation dazu schaltet. Wenn zum Beispiel der Patient 10 Mikrovolt Anspannung schafft, setzt die Stimulation ein, sobald er 8 Mikrovolt erreicht.

Als Folge entsteht eine stärkere Muskelanspannung mit einer stärkeren Rückmeldung an das Gehirn, wobei das Gehirn nicht unterscheiden kann, dass die kräftige Rückmeldung künstlich erzeugt wurde. Die kräftige Rückmeldung wiederum führt zu einer verbesserten Gehirnkarte usw..

Das Verfahren wirkt auch dann noch, wenn die Schädigung bereits lange zurück liegt.


EMG-getriggerte Elektrostimulation mit Contrain

Contrain wird seit Jahren erfolgreich zur Wiedergewinnung der motorischen Fähigkeiten nach Schlaganfall oder schweren Hirnverletzungen eingesetzt. Auch bei Patienten mit Stuhlinkontinenz oder neurogenen Blasenentleerungsstörungen liegen sehr gute Behandlungserfahrungen vor.

Zur Zeit laufen mehrere klinische Studien mit Contrain, wobei u. a. die EMG-getriggerte Stimulation mit anderen Methoden verglichen wird.

Bei vielen Formen der Inkontinenz lassen sich die Ursachen nicht voneinander abgrenzen und die beteiligten Organstrukturen sind alle mehr oder weniger geschädigt. Es ist dann wichtig, zügig ein umfassendes Trainingsprogramm einzuleiten, von dem möglichst alle Strukturen profitieren.

Geräte mit Kombinationstraining werden häufig so gebaut, dass in einer Sitzung mit Biofeedback und in einer weiteren mit Stimulation gearbeitet wird. Bei Contrain wechseln sich die beiden Methoden in einer Sitzung kontinuierlich ab. Die meisten Patienten lernen damit leichter, weil die aktive Bewegung nur wenige Sekunden nach der passiven Stimulationsbewegung erfolgt.

Künstlerische Darstellung von Nervenzellen

Zwei auf einer Blume schwebende Füsse

Verträglichkeit

Bei der Entwicklung von CONTRAIN® wurden die neusten medizinischen Erkenntnisse der Kurz- und Langzeitbehandlung zur Wiederherstellung gestörter Muskel- und Nervenfunktionen berücksichtigt. Besonderer Wert wurde auf Eindringtiefe und Verträglichkeit der Elektrostimulation und Präzision der Elektromyografie gelegt.


Anwendungsgebiete

Folgende Erkrankungen bzw. ihre Erscheinungsformen (Symptome) können mit CONTRAIN® behandelt werden:

  • Harn- und Stuhlinkontinenz
  • Ideomotorische Verhaltensstörungen
  • Zentrale neurologische Schäden, z.B. nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma
  • Periphere nervliche Schädigungen, z.B. nach Bandscheibenvorfall
  • muskuläre Hypotrophien und Atrophien
Eine Frau in einem Rollstuhl steht auf einer grünen Wiese